Samstag, 5. Juni 2010

... Tag 28 – Zum Glück wurde dieses Buch verfilmt!

Da ist es, das kontroverse Thema der Buchverfilmungen.

Ich liebe Filme, ich habe schlichtweg eine Schwäche für, sagen wir mal, handgemachtes Kino. Mit hochgepuschten Blockbustern und CGI en masse kann ich selten etwas anfangen.
Höchst selten sehe ich mir Literaturverfilmungen an, wenn ich das Buch bereits gelesen habe, was aber nichts damit zu tun hat, dass ich mir eine Enttäuschung ersparen will.
Die Zeit ist dabei der leider oft der restriktive Faktor.
Sollte ich aber einmal den Film nach dem Buch sehen, achte ich kaum auf gravierende Unterschiede zwischen Papier und Zelluloid. Das Medium Film visualisiert schlichtweg auf andere Weise, als es geschriebener Text tut und tun kann. Differenzen sind schon allein aufgrund des eigenen Vorstellungsvermögens vorprogrammiert, und die akribische Suche nach Schnitzern oder minimalen Änderungen kann schlimmstenfalls nur zu Missfallen führen. 

Allerdings sehe ich im Gegenzug vergleichsweise viele Filme, ohne dass ich überhaupt weiß, dass es sich um die Verfilmung einer literarischen Vorlage handelt.
Wenn ich aber erfahre, dass der Film nicht auf einem Originaldrehbuch beruht, versuche ich häufig, die Grundlage aufzuspüren und zu lesen.

Zunächst einmal hat mich diese Tagesaufgabe auf den Umweg geleitet, einmal darüber nachzudenken, welche Romane bzw. anderen literarischen Vorlage, die ich einmal gelesen habe, tatsächlich auch verfilmt gesehen habe.

Deshalb möchte ich einige dieser "Duos" der eigentlichen Antwort voranstellen: 

Du Maurier, Daphne: Rebecca
Verfilmt 1940 von Altmeister Alfred Hitchcock mit Sir Laurence Olivier und Joan Fontaine in den Hauptrollen: Rebecca

Ich muss allerdings sagen, dass mir die Verfilmung wesentlich präsenter ist als das Buch, denn den Roman habe ich nur ein einziges Mal gelesen, während ich nicht mehr zählen kann, wie oft ich den Film gesehen habe. Hatte ich erwähnt, dass ich ein Fan von Joan Fontaine bin?

Du Maurier, Daphne: Die Vögel.
Ich schlug damals fast der Länge nach hin, als ich diese Kurzgeschichte tatsächlich in der kleinen Stadtbücherei fand. Bis dato wusste ich nämlich nicht, dass Hitchcock seinen Klassiker Die Vögel mit Tippi Hedren lose darauf basieren ließ.

Auch hier steht mir der Film näher als die Kurzgeschichte, mit dieser Verfilmung begann jedoch meine Suche nach den literarischen Vorlagen.

Graham, Winston: Marnie. Roman
Ein weiterer Hitchcock-Film mit Tippi Hedren und Sean Connery in den Hauptrollen (Marnie), der den Roman beinahe vergessen lässt.
Es ist schon viele Jahre her, dass ich ihn gelesen habe, und leider steht er nicht in meinem Regal.
Ja, ich bin ein Hitchcock-Fan, aber dies ist wohl der einzige seiner Filme, den ich mir als Neuverfilmung vorstellen könnte (mit den bereits existierenden Remakes kann ich nichts anfangen). Das liegt aber eher im Setdesign als in der Darstellung begründet, denn das Set wirk heute reichlich unbeholfen, und die Tricktechnik ist deutlich als solche zu erkennen. Die DVD bietet im Übrigen einige Hintergrund-Informationen dazu, und für mich ist es immer wieder beeindruckend zu sehen, wie Filme entstehen. 

Leider habe ich irgendwann die (Roman)Vorlagen für Hitchcocks Filme aus den Augen verloren, sodass ich an dieser Stelle tatsächlich nur mit diesen 3 dienen kann.
Es wäre doch mal wieder eine Herausforderung, die alte Aufgabe wieder in Angriff zu nehmen.

Miller, Arthur:
The Misfits - Nicht gesellschaftsfähig

Ich erinnere mich, dass ich vor etwa 18 Jahren eine wahre Bibliotheksodyssee erlebte, um Millers Kurzgeschichte aufzutreiben. In der Tat fand ich sie dann in einem Sammelband, sogar auf Deutsch.

Verfilmt 1961 mit Millers damaliger Ehefrau Marilyn Monroe und Clark Gable in den Hauptrollen: Misfits - Nicht gesellschaftsfähig

Wie es heißt, hat Arthur Miller diese Kurzgeschichte und damit den späteren Film seiner Frau auf den Leib geschrieben. Ob er sich und ihr einen Gefallen damit getan hat, möchte ich nicht beurteilen. Insbesondere der Film ist für mich beinahe unerträglich. Nicht, weil er schlecht ist, sondern weil er die Darstellerin in schwarz/weiß auf eine beklemmende Art und Weise psychologisch auszieht. Im Vergleich dazu ist Millers Kurzgeschichte schon nahezu blass.

Eines meiner vampirischen Lieblingsbücher ist Interview mit einem Vampir: Roman von Anne Rice.
Leider habe ich mich noch nicht durch ihre gesamte "Chronik" durcharbeiten können.
Ich denke, dass es der Verfilmung Interview mit einem Vampir (Special Edition) gut getan hat, dass der Autorin das Drehbuch anvertraut wurde.
Der Besetzung stehe ich eher neutral gegenüber, allerdings hat mich Kirsten Dunst sehr beeindruckt, was sie leider bislang nicht reproduzieren konnte.

Segal, Erich: Love Story: Roman
Erich Segals Roman habe ich gelesen, bevor ich den Film gesehen habe, und das ist nun auch schon wieder eine sehr große Weile her. Er zählt zu jenen Werken, die ich nur ein Mal lesen kann, denn diese Geschichte hat mich beim Lesen so aufgewühlt, dass ich mir das nicht ein zweites Mal antun wollte.
Selbstverständlich habe ich den dazugehörigen Film Love Story mit Ryan O'Neal und Ali MacGraw habe ich natürlich ebenfalls gesehen, genau ein einziges Mal.
Mit der Fortsetzung Olivers Story, von der ich übrigens keinesfalls enttäuscht war, und dem dazugehörigen gleichnamigen Film Oliver's Story ging es mir ebenso. Beides konnte ich mir nur 1 Mal zumuten.

Dass ich über den Klassiker Dracula. Ein Vampirroman von Bram Stoker zum Vampir getrieben wurde, hatte ich ja in meinen aller ersten Beiträgen bereits erwähnt.
Wenn ich mein vampirisches Leseverhalten betrachte, fällt mir auf, dass ich recht wenig Vampirfilme sehe bzw. mir auch nur wenige Vampirfilme gefallen.
Francis Ford Coppolas Verfilmung Bram Stoker's Dracula ist mir nach Murnaus Meisterwerk Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens (Steelbook) immer noch die liebste. Ich will mich an dieser Stelle gar nicht en detail an diesen Filmen aufhalten, denn, wie ich mich kenne, werde ich irgendwann einen gesonderten Beitrag verfassen.

"Ein Glück, dass dieses Buch verfilmt wurde" könnte ich dann ausrufen, wenn ich schlichtweg nicht dazukomme, die literarische Vorlage zu lesen, und denke: "Mensch, das wolltest du doch mal lesen."

Froh bin ich deshalb unter anderem über folgende Verfilmungen, und es ist dabei für mich unerheblich, wie weit sie von den Buchvorlagen entfernt oder wie sehr sie kritisiert werden mögen. Ich könnte diese Liste noch fortführen, aber dieses Posting ist sowieso schon wieder länger als beabsichtigt.

Isabel Allende:
Buch: Das Geisterhaus: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Film: Das Geisterhaus

Clive Staples Lewis:
Bücher: Die Chroniken von Narnia 1/7: Das Wunder von Narnia / Der König von Narnia / Der Ritt nach Narnia / Prinz Kaspian von Narnia / Die Reise auf der ... silberne Sessel / Der letzte Kampf: 7 Bde.
Filme: Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia (Einzel-DVD)
Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia (Einzel-DVD)

Das war es erst einmal in Sachen Filmen, denn morgen geht es ja noch weiter.

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