Donnerstag, 3. Juni 2010

... Tag 26 – Ein Buch, aus dem du deinen Kindern vorlesen würdest

Und noch eine Tagesaufgabe, die mich zur Vorstellung eines Kinderbuches veranlasst, da "Vorlesen" für mich Vorlesealter impliziert, und genau in diesem Alter ist momentan mein Sohn, der ganz wild auf neue Geschichten ist.
Da kommt natürlich weder sprachlich noch thematisch meine Alltagslektüre infrage, und ich bin sehr froh, dass ein Teil der Bücher, die ich als Kind geliebt, aber selbst nicht besessen habe, heute wieder verlegt wird.

Zu diesen Büchern gehört:


Es handelt sich um ein liebevoll illustriertes Kinderbuch, das laut Hersteller eine Altersangabe von 10 - 11 Jahre hat. Die Altersangabe finde ich beispielsweise im Vergleich zu den Nimmerklug-Geschichten von Nossow (Nimmerklug im Knirpsenland und Nimmerklug in Sonnenstadt) die für 6 bis 7 Jahre empfohlen werden, etwas seltsam.
Die Ameise Ferdinand ist ebenso, wenn nicht sogar noch besser, für Kinder im Vorlesealter und Erstleser geeignet.
Die Geschichten bilden ein kohärentes Ganzes und sollten deshalb nacheinander gelesen werden, sind aber kurz und leicht verständlich.

Ferdinand mit der riesigen roten Schleife um den Hals und dem kleinen Ränzchen auf dem Rücken ist ein pfiffiges Kerlchen, das in diesem Band einige Abenteuer erlebt, nachdem er von einem neugierigen Kind von seinem Ameisenhaufen entführt wurde.
Aus dessen Streichholzschachtel entkommen, will er nun wieder nach Hause, und auf dem Wege dahin wird der kleine Zuhörer bzw. Leser in die Welt Insekten, Würmern usw. eingeführt, in der Regentropfen auf einmal riesig und Halme von Getreide und Gras unerträglich schwer sind.
Während die Illustrationen die bunten Protagonisten vereinfacht und vermenschlicht darstellen, sind die Geschichten dennoch lehrreich und berichten anhand von menschlich anmutenden Konflikten, Rivalitäten, Hilfsbereitschaft ... auf kindgerechte Weise aus dem Gewimmel zu unseren Füßen.

Ferdinand ist nicht langweilig, strapaziert den pädagogischen Zeigefinger und die kindliche Konzentration nicht über Gebühr, sodass spannende und auch lustige Vorlesemomente gegeben sind.

Aus Ferdinands Wimmelwelt gibt es noch zwei weitere Geschichtensammlungen: Ferdinand die Sportskanone und Die tapferen Ameisen.

Ich kann diesen Blick in den Ameisenhaufen und darüber hinaus nur empfehlen.

Kommentare:

Norma Banzi hat gesagt…

Bin verwirrt über die Altersempfehlung ...
Gerade in HH: Volksabstimmung, ob die Kinder nach 4 oder 6 Grundschuljahren auf eine weiterführende Schule kommen sollen.
Wozu brauchen Kinder von 10 bis 11 noch Vorlesebücher mit putzigen Ameisen? Da sollten sie, jedenfalls in den Bundesländern mit nur 4 Grundschuljahren, schon selbst lesen können ...

Sinje Blumenstein hat gesagt…

Mich verwirrt sie eben auch. Sie verwirrt mich nicht nur, sondern ich finde sie absolut nicht nachvollziehbar, denn als ich Kind war, standen diese Bücher in der Bibliothek in der Reihe für die erste und zweite Klasse. Die lassen sich super in der großen Gruppe im Kindergarten vorlesen und taugen gut als Erstleser-Bücher.
Mein Sohn ist 5, kann noch nicht lesen, versteht die Geschichten aber problemlos, während er beispielsweise bei den Nimmerklug-Geschichten, die für Kinder von 6 bis 7 Jahren sein sollen, Konzentrationsprobleme bekommt, weil die wesentlich länger sind.
Aber ich bin ja kein pädagogisch-wissenschaftlicher Spezialist für Kinderbücher, sondern in diesem Fall nur viel vorlesende Mutter.

Norma Banzi hat gesagt…

Ich denke nicht, dass hier die Altersangabe nach pädagogisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen gemacht worden ist, eher nach verkaufsstrategischen Überlegungen (oder danach, was der Verlag dafür hält).

Oder es ist ein Druckfehler ;-)

Vorlesen finde ich übrigens toll!

Sinje Blumenstein hat gesagt…

Als Vorleser und Kinderbücherkäufer vermute ich hinter Altersangaben eine inhaltliche und sprachliche Motivation. Hier wird man als Nichtkenner der Bücher vollkommen fehlgeleitet, denn 10- bis 11-Jährige Insektenfans dürften sich heutzutage schon populärwissenschaftlichen Medien nähern, um den Wissensdurst zu stillen, da brauchen sie keinen Ferdinand mehr. Diese Reprints leben kommerziell wohl eher von der Nostalgie der Leseeltern.

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