Sonntag, 16. Mai 2010

... Tag 7 – Ein Buch, das dich an jemanden erinnert

Dieses Thema führt mich wieder zurück zu den Autobiographien, denn bislang habe ich in der Belletristik keine Figur oder Handlung entdeckt, die mich wirklich an eine mir bekannte reale Person erinnern konnte. 

Gebundene Ausgabe: 377 Seiten
Verlag: Knopf; Auflage: A Borzoi Book. (12. Dezember 1978)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 022401692X
ISBN-13: 978-0394413082
ASIN: 0394413083
Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 14,2 x 3,6 cm

Kurzbeschreibung:

Bogart's "Baby"--Lauren Bacall-- describes her career in Hollywood and on Broadway, her marriages to Bogart and Jason Robards, her disastrous affair with Sinatra, and her fierce determination to be her own woman.

(Edit an dieser Stelle: Ein Kommentar weist mich darauf hin, dass "By Myself" 1992 in deutscher Übersetzung unter dem Titel "Mein Leben" in der Heyne Filmbibliothek erschien. Peinlich, denn ich habe nun noch einmal meine Autobiographien-Reihe abgegrast, und was sehe ich? Ich besitze tatsächlich "Mein Leben" sowie auch "Die Rollen meines Lebens". Ich habe die Autobiographie auf jeden Fall im Original gelesen, da ich beim Vergleich der Bücher festgestellt habe, dass das Bildmaterial leicht unterschiedlich ist, und ich auch nicht sicher war, ob nicht etwas weggelassen wurde, wie beispielsweise in Katherine Hepburns Autobiographie, in der im Deutschen ganze Passagen fehlen. Danke an Alexander ;-))

Warum?

Lauren Bacall, Jahrgang 1924, dürfte dem Cineasten aus "Haben und Nichthaben", "Tote schlafen fest", "Wie angelt man sich einen Millionär" oder jüngeren Datums aus "Liebe hat zwei Gesichter" oder "Dogville" bekannt sein.

"By Myself" ist die erste von bisher insgesamt drei Autobiographien aus ihrer Feder, aber diejenige, die mich am meisten berührt hat, denn es war, als lese ich über meine Mutter.

Selbstverständlich ist meine Mutter weder Amerikanerin noch berühmt noch mit einem ebenso berühmten Schauspieler verheiratet gewesen, dennoch gibt es so viele Parallelen, dass ich manches Mal heftig schlucken musste.
Ich denke, dass ich nicht der einzige Mensch auf Erden bin, der bei der Lektüre so empfunden und private Vergleiche gezogen hat.
Bacalls Geschichte an sich ist sicherlich nicht ungewöhnlich, hat nur eben den Unterschied, dass sie Prominentenstatus genießt.

Lauren Bacall hatte mit Humphrey Bogart einen deutlich älteren Mann an ihrer Seite gefunden und ihn an eine Krankheit verloren, als die gemeinsamen Kinder noch klein waren. Als Alleinerziehende und Alleinverdienende musste sie nun ihr Leben weiter meistern.
Auf einfühlsame und ehrliche Weise beschreibt sie, (was wir natürlich schon immer erahnten oder wussten) dass auch in Hollywood nicht alles Gold ist, was glänzt.
Sie hatte mit den alltäglichen Sorgen einer Witwe und Mutter zu kämpfen und wird dadurch wesentlich greifbarer, als der berühmte, geheimnisvolle Bacall-"Look" vermitteln will. Darüber hinaus stellt sie den verstorbenen Mann nicht auf ein Podest, wie sich beispielsweise der Eindruck in Katherine Hepburns Autobiographie aufdrängt, und bricht mit dem Klischee, Paare mit großem Altersunterschied können nicht durch Liebe verbunden sein.

In all dieser Authentizität, die nicht nach Mitleid heischt, bringt mir Lauren Bacall meine eigene Mutter näher. 
Immer habe ich den größten Respekt vor meiner Mutter und ihrer Leistung in den all denen Jahren nach dem Tod meines Vaters gehabt, und es bedarf nicht dieses Buches, um mir den Kopf zu waschen. 

Auf eine merkwürdige Weise, die ich nicht recht zu erklären vermag, stimmt mich "By myself" etwas versöhnlich, fast verschafft es mir eine gewisse Erleichterung, wie ähnlich Schicksale sein können, obwohl die Umstände und Hintergründe so gar nicht vergleichbar sind.

Danke, Mama, dass du da bist!

Kommentare:

Alexander hat gesagt…

Hallo, die deutsche Übersetzung von ²By myself² erschien 1992 in der Heyne Filmbibliothek (# 32/166)unter dem Titel "Mein Leben" übersetzt von Adelheid Zöfel. Ich finde das Buch auch ganz toll, auch ihr zweites, das es ja zum Glück auch auf Deutsch gibt.

Sinje Blumenstein hat gesagt…

Oh, danke! Ich hab gerade noch mal mein Regal abgegrast. Peinlich, ich besitze tatsächlich "Mein Leben" ... *Augen roll*.

Alexander hat gesagt…

Na Also...grins...geht mir aber manchmal auch so, bei der menge Bücher, die ich habe.

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