Mittwoch, 19. Mai 2010

... Tag 10 – Ein Buch von deinem Lieblingsautoren/deiner Lieblingsautorin

Nun wird es langsam gemein, denn ich stehe vor einem gefüllten Bücherregal, und trotzdem gehen mir die Bücher aus. 
Es soll Menschen geben, die haben keinen ausgemachten Lieblingsautor, und dazu gehöre ich leider.

Wie mit den Lieblingsbüchern verhält es sich bei den Lieblingsautoren so, dass ich mit ihnen etwas Besonderes verbinde, das ich nicht missen möchte.

Deshalb stammen solche Bücher fast ausschließlich aus meiner Kindheit, und als kleines Mädchen hatte ich einen Autor ganz besonders ins Herz geschlossen: Nikolai Nossow.

Seine Geschichten um den Knirps Nimmerklug (leider sind das auf Deutsch nur 2 Bücher) habe ich geliebt.

Gebundene Ausgabe: 172 Seiten
Verlag: Leiv Buchhandels- U. Verlagsanst. (30. September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3928885375
ISBN-13: 978-3928885379
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 - 7 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 16,6 x 2 cm

Kurzbeschreibung:

In einer Stadt des Märchenlandes wohnten die Knirpse. Der bekannteste und faulste unter ihnen war Nimmerklug...

Meine Meinung:

Die Knirpse leben in einer Stadt, in der vor jedem Haus Blumen wachsen und alle Straßen Blumennamen tragen, deshalb heißt die Stadt auch Blumenstadt. Nossows fantastische Gestalten sind so klein, dass sie eine Säge brauchen, um einen Pilz umzulegen. Es gibt Knirpseriche und Knirpselinen, die allesamt, obwohl sie erwachsenen Beschäftigungen nachgehen, eigentlich wie kleine Kinder sind: Die Jungs sind typisch frech und die Mädchen modebewusst und auch etwas eingebildet.
Inmitten dieser bunten Schar treffen wir nun unseren Helden Nimmerklug, der seinem Namen alle Ehre macht. Er ist ein kleiner Besserwisser und unverbesserlicher Aufschneider, probiert alles aus, nur um es dann wegen Unlust oder Kritik der anderen wieder aufzugeben, und er ist ziemlich unbelehrbar. Trotzdem ist er der Sympathieträger der Geschichten, denn so dumm, wie man ihm nachsagt, ist er gar nicht. Das Gegenstück zu Nimmerklug heißt bezeichnenderweise Immerklug und ist ein Bücherwurm und der "Anführer" von Blumenstadt. 
Nachdem zunächst Nimmerklug über kurze Geschichten eingeführt und charakterisiert wird, erfindet besagter Immerklug eines Tages einen Luftballon, mit den die Knirpse nach einigem Hin und Her schließlich auf große Fahrt gehen, womit die Hauptgeschichte des Buches eingeleitet wird.
Wie es kommen musste, stürzt der Ballon nach einer Weile ab, und die Knirpseriche landen in einer Stadt, in der es nur Knirpselinen gibt, von denen sie nun erst einmal "weggesperrt" werden, denn Knirpse gelten von vornherein als nicht vertrauenswürdig. Nachdem Immerklug beim Absturz abhanden gekommen ist, nutzt Nimmerklug die Gunst der Stunde und gibt sich als "Anführer" aus.
Selbstverständlich fliegt der Schwindel bald auf, und die Knirpse müssen feststellen, dass sie sich weit von Blumenstadt entfernt befinden und nun geklärt werden muss, wie sie wieder zurückkommen ...

Die Figuren folgen sicherlich den Wertvorstellungen ihrer Entstehungszeit.
Zusammenhalt steht über der individuellen Entwicklung, es gibt kein Geld usw.
Ich habe die beiden Nimmerklug-Bücher trotzdem als wunderbare Lektüre über den kindlichen Erfindungsreichtum, Fantasie und Freundschaft in Erinnerung. 
Nimmerklug ist alles in allem selbst ein normales Kind, das alles einmal ausprobiert, bockig wird, wenn es nicht klappt und auch mal seine Fantasie überschäumen lässt.
Die ursprüngliche Altersempfehlung lautet "Für Leser von 9 Jahren an".
Ich weiß noch, dass mir diese Bücher nie vorgelesen wurden, sondern ich sie selbst gelesen habe, sobald ich es flüssig konnte. 

Als Kind habe ich keinen pädagogischen, pionierischen oder gar kommunistischen Zeigefinger in diesen Büchern gesehen, für mich standen die Abenteuer im Vordergrund und die zahlreichen Illustrationen gefielen mir.
Diese Bücher gehören einfach zu meiner Kindheit und führen mich dorthin zurück. Ein Bisschen Nostalgie darf doch erlaubt sein. 
Ich bin mir bewusst, dass unsere Kinder Geschichten dieser Art heute unter Umständen anders aufnehmen, dennoch werde ich sie meinem Sohn anbieten und ihn entscheiden lassen.

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