Samstag, 10. April 2010

... über "Unsterbliche Liebe" von Rosemary Laurey

Dann will ich direkt Band 2 der "Forever"-Romanreihe nachschieben.

Band 2
Unsterbliche Liebe (engl. Original: Love Me Forever)
Übersetzung: Christian Kennerknecht

ISBN 978-3898977326

Aus dem Inhalt:

Zunächst einmal begegnen wir Dixie wieder und erfahren, dass sie gemeinsam mit Kit in Columbus, Ohio, einen Laden mit dem passenden Namen Vampire Emporium betreibt, Kit des Nachts zusätzlich den Rächer der Wehrlosen spielt. Wie es der Zufall nun will, ist es gerade Halloween, sodass natürlich zahlreiche Kunden angelockt werden. So auch der kleine Sam, der kurzerhand seine Mama, Stella Schwartz, in den Laden schleppt, wo Justin Corvus, den wir ebenfalls bereits kurz kennenlernen durften, aushilft. Der über tausend Jahre alte Vampir und Arzt ist allerdings nicht nach Amerika gekommen, um den Verkäufer zu mimen, sondern soll mit Vlad Tepes, Dracula natürlich, über das Land der Vampirkolonie verhandeln. Wie es sich für eine ordentliche Romanze gehört, schmachten sie einander umgehend an, Justin eher zögerlich, denn schließlich steht er einer Sterblichen gegenüber, die zudem auch noch einen Sohn hat, der ein Faible für Vampire hat. Es dauert jedoch nicht lange, dass Justin sich als glorreicher Retter der Stunde erweisen muss …

Meine Meinung:

"Unsterbliche Liebe" ist trotz des wieder einmal irreführenden Covers mein Favorit der Reihe, sofern man hier einen echten Favoriten überhaupt haben kann!

Wir treffen alte Bekannte aus Teil 1 und lernen neue Protagonisten kennen, die uns auch in Teil 3 noch begleiten. Demnach bildet dieser zweite Teil eine Überleitung zur weiteren Fortsetzung, liest sich aber auch als eigenständiges Buch gut zwischendurch. Man muss den ersten Band nicht kennen, da Dixie und Christopher so weit als Nebencharaktere in den Hintergrund treten, dass man sich nicht fragen muss, wer sie eigentlich sind. Außerdem werden die Eigenschaften der Vampire auch hier noch einmal unaufdringlich erläutert, sodass der "Forever"-Neuling nicht in der Luft hängt.

Der Plot ist in der Tat Teil 1 sehr ähnlich: Vampir trifft Sterbliche und muss sie wandeln, um sie nicht zu verlieren. Die Neuvampirin muss wieder der Chefin vorgestellt und entsprechend in die Gemeinschaft eingeführt werden.

Mich persönlich stört das nicht weiter, da wir tiefer in Laurey Vampirwelt eingeweiht werden. Interessant ist für mich außerdem, dass ausgerechnet der älteste der drei uns bekannten Vampire sein Herz verliert und die verstaubte, alte Kolonie durch die Vampirfrischlinge Dixie und Stella erfrischend aufgemischt wird.

Einen besonderen Pluspunkt macht Stellas Sohn Sam aus. Während Dixie ohne nähere Angehörige war, ist Stella gebunden, und die Tatsache, dass sie und Justin schließlich Vampireltern dieses sterblichen Kindes sind, macht die Sache nicht einfacher. Sam ist ein toller Junge, und dass er Justin schließlich als Dad anerkennt, hat zwar Soap-Charakter, ist aber wunderbar rührend und gibt dem Ganzen einen menschlichen Touch.

Neben der schematischen Wiederholung des Plots wiederholt sich auch die Sprache etwas, z. B. die "Schmetterlingsküsse" in den erotischen Szenen, aber die Übersetzung ist nun deutlich besser, d. h. die Geschichte liest sich angenehmer und klingt nun auch femininer.

Gut gefällt mir, dass Rosemary Laurey Vampirromanzen recht unblutig, dafür aber umso gefühlvoller sind. Sie haben nichts Ekliges an sich, es sei denn, man steht als Leser schon an der Erbrechensgrenze, wenn man sich vorstellt, dass die Protagonisten Blut zu sich nehmen, aber in diesem Falle sollte man überhaupt die Finger vom Vampir lassen.
Ebenso gefällt mir, dass Laurey Vampire zwar an sich durchaus einsam sind, aber ihre freundschaftlichen Beziehungen pflegen und nicht allesamt als gequälte Helden daherkommen. Das Dilemma, das durch die Beziehung zu einem sterblichen Partner entstehen kann, ist durchaus nachvollziehbar und liegt nicht allein in der Verlockung des Blutes begründet, sondern in dem zutiefst menschlichen Wunsch, dass man den Partner nicht sterben sehen möchte (Highlander, ich höre dich trapsen ...)

Unfreiwillig komisch sind leider so manches Mal die Beschreibungen der Vampirverwandlung. Ich kann ein amüsiertes Grinsen nicht verbergen, wenn ich mir vorstelle, dass der schlürfende Vampir ballonartig anschwillt, weil er den zu wandelnden Menschen, bis auf den letzten Tropfen aussaugen muss.

Auch verstehe ich diese ganze Rennerei der Vampire nicht so ganz, denn kaum ist die Frau gewandelt, meinen sie immer, sie müssten nun in vampirischer Übergeschwindigkeit durch die Gegend rasen. Der Sinn dahinter verschließt sich mir, und ich empfinde diesen Punkt als überflüssig und zumeist ziemlich lachhaft.

Negativ anzumerken ist "Unsterbliche Liebe", dass der Roman eben einen Übergangsband, eine Brücke, zu Band 3 darstellt, was sich darin zeigt, dass die Beschreibung der Figuren etwas untergeht und sie am Ende doch recht blass bleiben, und auch Kolonie-Anführerin Gwyltha ist mir noch immer unsympathisch. Der Gedanke, dass Kit nun der dunkle Rächer von Columbus ist, erscheint mir etwas konstruiert, aber vielleicht bin ich auch nur durch "Angel" etwas sehr vorbelastet und traue es Kit nicht zu.

Die kleine, nette Familiengeschichte macht dieses Manko für mich aber wieder wett.

Bewertung: 4 von 5 Weißdornzweigen

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