Samstag, 10. April 2010

... über meinen Tag, der nicht genug Stunden hat

Wer kennt das nicht?
Es gibt Zeiten, da möchte man sich klonen lassen, um alle lästigen Aufgaben mühelos mit allem Liebgewonnen verbinden zu können.
So geht es mir gerade: Wieder einmal befinde ich mich in einer traumhaften Phase des Sich-zerreißen-Wollens, und meine samstäglichen Blog-Gedanken widme ich in diesem Sinne meinem neu gestalteten Tagesablauf.

Da hat man nun ein Buch geschrieben und es selbst veröffentlicht, und somit kommen Dinge auf einen zu, die man vorher im günstigsten Falle bereits intensiv oder im schlechten Falle, und der trifft auf mich zu, jedoch nur in geringem Maße bis gar nicht betrieben hat - Werbung.
Einerseits jubelt man verhalten über jedes verkaufte Buch, andererseits muss man natürlich etwas dafür tun.

Mein Beruf bringt es zwangsläufig mit sich, dass ich den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringen muss. Selbstständig bedeutet nun einmal „selbst“ und „ständig“.
Es geschieht nicht selten, dass ich mich nach der Kinderzeit auch in den Abendstunden immer vor dem Bildschirm wiederfinde, weil ich noch eine Arbeit fertigstellen möchte.
In der letzten Zeit aber verbringe ich meine Abende am Laptop, weil mich mein Buch und sein „Drumherum“ mit Beschlag belegen: Bloggen, Tweeten, Mails lesen und beantworten (jawoll, ich bekomme tatsächlich buchbezogene Mails) ...
Ich sitze also da und beschimpfe regelmäßig mein Bildbearbeitungsprogramm, weil es zum fünften Mal abgestürzt ist und ich das gewünschte Foto noch immer nicht verwenden kann. Wie heißt es so schön: man wächst an den Herausforderungen. Nun, ich hoffe, dass ich nicht mehr wachse, denn das Wachstum unseres Bald-Vorschulkindes genügt uns bereits.
Nein, Scherz beiseite, ich entdecke plötzlich viel Neues, und ohne ein Profi werden zu wollen, habe ich Spaß an Neuem, sofern ich mich nicht stundenlang mühevoll durch Hilfe-Artikel quälen und diverse Abstürze über mich ergehen lassen muss.

So kommt es vor, dass ich abends mit verbissenem Gesicht vor dem Laptop sitze, als wolle ich ihn hypnotisieren. In solchen Augenblicken kommt dann mein Lebensgefährte mit einem breiten Grinsen herein, das, man glaubt es kaum, noch breiter wird, wenn ich seine Frage, was ich denn noch tue, beantworte: „Ich erstelle einen Buchtrailer.“ Dann geht er wieder, und ich glaube fast, sein amüsiertes Kopfschütteln und den Gedanken „Aha, technisch begabte Frau erstellt Buchtrailer“ zu hören.

Ich liebe dich trotzdem, auch wenn du dich amüsierst.

Wenn ich dann nicht mehr an Trailern oder Blogbeiträgen bastele, treibe ich mich in Foren herum, ärgere mich über die oft in Unkenntnis vorgebrachte, pauschalisierte Verteufelung von Selbstveröffentlichung im Allgemeinen und Books on Demand im Besonderen und lasse es mir ab und an nicht nehmen, einen Kommentar abzugeben.
Ich gestehe, dass ich in der Zeit, die ich damit oftmals schlichtweg verschwende, besser 10.000 Zeichen an einer Kurzgeschichte hätte schreiben sollen.

Womit wir beim nächsten Thema wären: Kurzgeschichten. Warum ich gerne Kurzprosa schreibe, führe ich gern bei anderer Gelegenheit näher aus.
Das Internet ist voll von Wettbewerbs- und Anthologieausschreibungen, und wann immer mich ein Thema reizt, krame ich in meinem blauen Hefter bzw. in der Computerschublade, ob ich nicht bereits etwas dazu in petto habe. Wenn nicht, schreibe ich etwas Neues. Jede neue Geschichte ist eine Bereicherung für meine eigene Sammlung, und ich betrachte die Zeit, die ich damit verbringe, nie als verloren.

Meine liebste Freizeitbeschäftigung neben dem Schreiben ist allerdings unser toller Buchclub mit seinen vielen lesebegeisterten Mädels, die mit so vielen Tipps aufwarten, dass ich über dem Lesen manchmal das Schreiben vergessen könnte.
Und genau da komme ich wieder zum Thema „Ich brauche einen Klon.“
Obwohl ich nicht müde werde, zu empfehlen, man möge nie J. R. Ward und Lara Adrian gleichzeitig lesen, um die Mitternachtsjungs nicht mit den Black Daggern durcheinander zu würfeln, halte ich mich selbst nicht an meine Empfehlung und lese derzeit gleichzeitig „Lover Avenged“, der seit November im Regal stand und langsam sehr ungeduldig wurde, und „Shades of Midnight“ parallel, mit dem Ergebnis, dass ich weder mit dem einen noch dem anderen vorankomme. Kathryns Smiths "Schattenritter", die ich zur Abwechslung auf Deutsch lese, schreiten auch recht langsam voran. Ich  habe das Gefühl, in jedem Raum unserer Wohnung liegt ein Buch, damit ich, ganz gleich, wo ich mich aufhalte, etwas lesen kann. Während der Hausarbeit habe ich dann ein Hörbuch auf den Ohren, und trotzdem habe ich den Eindruck, ich habe nicht genug Zeit, um mit euch Leseratten Schritt zu halten.
Wenigstens tröstet mich der Gedanke, dass ich mit Jeaniene Frosts Night Huntress Teil 3 UND 4 bereits durch bin - ätsch ;-)

Dass ich momentan wenig zum Lesen komme, stört mich ungemein, und deshalb werde ich nun auch die Finger von der Tastatur lassen, ein Buch einpacken und, sobald die Wolken verschwunden sind, mit meinem Sohn auf den Spielplatz gehen.

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