Sonntag, 11. April 2010

... über "Keep me Forever" und "Midnight Lover" von Rosemary Laurey = Ende

Nur der Vollständigkeit halber, aber wirklich nur deswegen, will ich noch ein paar Worte zu den beiden Folgebänden der „Forever“-Reihe verlieren.

Band 4:
Unsterbliches Verlangen (Keep Me Forever)
ISBN: 978-3868000214

Aus dem Inhalt:

"Unsterbliches Verlangen" führt uns zurück nach Bringham, nämlich nach Orchard House, das wir bereits aus Band 1 kennen. Protagonistin ist dieses Mal Antonia Stonewright, die ebenfalls aus den Vorgängerbänden bekannt ist. Gemeinsam mit Elizabeth Connor, so heißt der Ghul aus Band 3, Angela Ryan, nämlich in Wirklichkeit, begibt sie sich dorthin, um in Dixies Haus ein Kunsthandwerksgeschäft mit Galerie zu eröffnen. Auf den Plan treten weiterhin Stella nebst Sohn Sam sowie Justin und Tom. Auf der Suche nach außergewöhnlichem Kunsthandwerk trifft sie auf den höchst attraktiven Töpfer Michael Langton, der zunächst neben ihrem Kunstgeschmack primär ihre animalischen denn ihre romantischen Instinkte anspricht. Als Vampirin hat Antonia schon einige Jahrhunderte auf dem körperlich sehr zierlichen Buckel, und sie ist beziehungstechnisch ein gebranntes Kind, woran ein gewisser Franzose nicht ganz unschuldig ist. Antonias Sinne trügen sie nicht und geben ihr zu verstehen, dass sie sich mit Michael keineswegs einen normalen Menschen geangelt hat. Der Gute ist nämlich ein Surrey Puma und der Vampirin keinesfalls unterlegen. Als Würzung gibt es einen Juwelenraub und in diesem Zusammenhang einen Kriminalfall ganz nach Art von Rosemary Laurey.

Meine Meinung:

Nachdem nun die drei führenden Vampiren unter der Haube sind, zur Erinnerung: Kit mit Dixie, Justin mit Stella und Tom mit Angela/Elizabeth.

Danach sind nun erst einmal keine männlichen Vampire mehr übrig, mit Ausnahme von Vlad, und an dem wird sich wohl Rosemary Laurey nicht vergreifen. Demzufolge musste für Band 4 ein neuer verkuppelbarer Vampir her. Insgeheim hatte ich auf Gwyltha gehofft, nein, stimmt nicht, eigentlich hatte ich gehofft, nach Band 3 sei Schluss.

Es wird uns Antonia vor die Nase gesetzt, die sich mir bislang als missmutige, kleine Zicke eingeprägt hat und damit schlichtweg mein (Alp)Traumcharakter für ein eigenes Buch war.

Obwohl ich den Charakter unmöglich finde, schafft es Rosemary Laurey mit Antonia wieder eine neue Herangehensweise zu eröffnen. Während die starken Protas der letzten Bände die Herren der Vampirschöpfung waren, so darf jetzt mal eine starke Vampirin die Hauptrolle spielen. Das hat doch was.

Ein weiterer Pluspunkt ist auch, dass Michael Langton im Vergleich zu Antonia eben nicht ein schwaches Menschlein ist. Mit ihm bringt die Autorin nach den (igitt) Ghulen, nun auch noch Gestaltwandler ins Spiel, und ich habe vor Erleichterung schon fast gestöhnt, dass Langton ein Surrey Puma und kein Werwolf ist. Neben obligatorischen Intimitäten unter der Dusche gab es dann doch ein paar nette gestaltwandlerische Ansätze, wenn Vampirin und Puma in nicht menschlicher Erscheinung durch die Gegend streifen.

Bringham hingegen scheint mir ein sehr gefährliches Pflaster zu sein, denn schon wieder gibt es einen Kriminalfall. Stella nebst Sohn werden nämlich auf der Fahrt zu Orchard House im Wagen überfallen, nur hat sich der Bösewicht da natürlich die Falschen ausgesucht, denn Stella vertreibt ihn vampirisch, wobei er aber ein Säckchen mit mutmaßlich gestohlenen Juwelen zurücklässt. Zu allem Überfluss wird dann auch noch eine Leiche gefunden, und weil die Polizei offenbar grundsätzlich nicht in der Lage ist, die Probleme allein zu lösen, muss eben Vampir wieder ermittlerisch tätig werden.

Leider hat mich Rosemary Laurey mit diesem Band nicht überzeugen können. Vermutlich sind sogar meine Voreingenommenheit und unumstößliche Abneigung gegenüber Antonia daran schuld. Die Geschichte war für mich langweilig, der Kriminalfall wirkte aufgezwungen und war schlichtweg unspannend. Auch empfand ich das Buch, obwohl es als Romanze einzuordnen ist, als nicht wirklich romantisch. Mit Fortschreiten der Reihe drängt sich mir leider das Gefühl auf, dass die Autorin die Vorgabe erhalten haben könnte, möglichst viel Erotik unterzubringen, was in Band 5 noch auffälliger wird.

"Unsterbliches Verlangen" ist bislang übrigens der letzte Band, der auf Deutsch erhältlich ist, und im Englischen ist er der letzte Band, der "Forever" im Titel trägt.

Kann man das als "Omen" auffassen?

Band 5:
Midnight Lover
ISBN: 978-0821779293

Aus dem Inhalt:

Der bislang letzte Band der Reihe widmet sich Toby Wise, dem wir bereits kurz begegnet sind. Im Vergleich zu den übrigen Hauptvampiren ist er noch vergleichsweise jung, er starb erst 1873. Auch in diesem Roman führt die Autorin ihre Charaktere wieder zusammen. So sitzt Wise gemeinsam mit Tom Kyd über den Büchern der Connor Inc., der Firma von Elizabeths/Angelas Vater, Piet Connor, der, wie wir wissen, dem Ghul-Macher Laran Radcliffe zum Opfer gefallen war. Die Handlung wurde demzufolge wieder von England nach Amerika verlegt. Für den alten Conner wurde nun Pflegepersonal engagiert, zu diesem gehört Laura Fox. Was die fürsorglichen Vampire zunächst nicht wissen, ist, dass diese für ihren Vater "spioniert", der, besessen von einem Vampir namens Axel Radcliffe, das Unternehmen zerstören will. Selbstverständlich wird Laura von Toby erwischt, aber er feuert sie nicht, sondern horcht sie aus, und gemeinsam versuchen sie, herauszufinden, welch seltsame Dinge in Devil’s Elbow vor sich gehen. Sie verlieben sich, auch wenn Laura zunächst keine Ahnung hat, womit sie es zu tun hat …

Meine Meinung:

Die vielen positiven Reviews kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Zum Glück aber hat jeder seinen eigenen Geschmack und sollte sich sein eigenes Bild machen.

Hier zunächst noch ein weiterer Einblick in den Charakter Toby:
Toby Wise war ein Sklave in South Carolina, wovon sein Rücken im Übrigen noch immer vernarbt ist. Es gelang ihm, auf ein Schiff nach England zu fliehen, wo er ein neues Leben beginnt und sich hocharbeitet. Doch leider verstarb er dann an den Masern und wurde zum Vampir gewandelt, womit er zunächst überhaupt nicht klar kam. Zu seinem Geschäftspartner der gleichzeitig sein Vampirschöpfer war, entwickelte er eine Freundschaft, bis dieser im Zweiten Weltkrieg einem Luftangriff zum Opfer fiel. Daraufhin kehrte Wise nach Amerika zurück und ist ein loyales Mitglied der Vampirkolonie.

Kommt uns die Sklavengeschichte nicht ein klitzekleines Bisschen bekannt vor?

Das störte mich aber nicht einmal, denn ich vertrete die Auffassung, dass das Rad nicht neu erfunden werden muss.
Vielmehr störte mich an diesem Band, dass die Charaktere kaum noch ausgearbeitet sind, weder von Laura noch von Toby konnte ich mir ein anständiges Bild machen.
Vorteilhaft ist allerdings, dass so viele neue Charaktere vorkommen, dass man die Kenntnis der übrigen Teile der Reihe nicht benötigt.

Durch die buchstäbliche Blässe der Protagonisten konnte ich leider nicht nachvollziehen, was Laura und Toby aneinander finden, denn ihre Beziehung scheint mir kaum romantisch.
Der sexuelle Aspekt steht stark im Vordergrund, und die Szenen sind zum Teil quälend detailliert ausgewalzt und bis zu neun Seiten lang, wobei es sprachlich sehr deutlich zur Sache geht.

Wer nach zarter Romantik innerhalb eines spannungsgeladenen Rahmens sucht, ist mit "Midnight Lover" sehr schlecht beraten. Wer nichts gegen explizite Erotik hat und dabei gern auf einen ausgereiften Plot verzichtet, bitte, nur zu.

Daneben geht die Story so schnell voran, dass man überhaupt nicht mehr mitbekommt, was passiert. Nichts gegen flott, aber zu flott, muss ja nun auch nicht sein.

Etienne wirkte in seinem Reisesarg in den Plot hineingequetscht, und ich habe das Gefühl, dass er irgendwann auch noch mit einem eigenen Buch an der Reihe ist. Immerhin sorgt er als Klischee-Franzose hin und wieder für ein auflockerndes Schmunzeln.

Alles in allem war ich von diesem Band sehr enttäuscht, und ich wüsste nicht, was in dieser Reihe noch kommen sollte, was mich vom Hocker hauen kann.

Bislang ist nichts von Fortsetzungen der "Forever"-Vampire zu vernehmen, aber Rosemary Laurey hat seit letztem Jahr unter dem Pseudonym Georgia Evans eine Vampir-Trilogie am Start, die im England des Zweiten Weltkrieges angesiedelt ist. Seit Erscheinen stehen diese drei Taschentücher in meinem Regal und rufen nicht wirklich laut nach mir.

Bewertung: 2 von 5 Weißdornzweigen (für beide Bücher zusammen)

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